In Anbetracht der schmalen Proportionen des Bürogebäudes war es das Ziel die Transparenz zu maximieren und gleichzeitig einen Puffer zwischen Gebäude und Old Street zu schaffen.

136 Old Street

TYPOLOGIE Innenraum
STATUS Auftrag, Gebaut
ORT London, GB
JAHR 1999 
AUFTRAGGEBER Horizon Systems

Die in Glas ausgeführte Eingangsfassade erzeugt Reflexionen, wodurch Außen und Innen miteinander verschmelzen. Eine zweite Glasfront trennt den Eingangs- vom Arbeitsbereich und dient als akustischer und visueller Puffer. Die Bodenlichter und der interne Lichtschacht verwandeln das Erdgeschoss und den ehemals unbrauchbaren Keller zu einem Raum mit unterschiedlicher Sichtbarkeit und Privatsphäre.

VERTIKALITÄT-Durch den Einsatz von Glastrennwänden ist es gelungen Tageslicht und visuelle Information in das Untergeschoss zu transportieren und gleichzeitig den Straßenlärm zu reduzieren. Die erste reflektierende Ebene - die Straßenfassade - beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Außen- und Innenraum. Die Glasfassade wurde in verschiedene Segmente aufgeteilt, gefaltet und gekippt, sodass das Straßenbild entsprechend der Neigung des Glaselementes und der Bewegung des Betrachters unterschiedlich reflektiert wird. Auf diese Weise verliert das Glas seine Transparenz und wird zu einer Leinwand, wo Reflexionen des Kontexts und des Innenraums überlagert werden. Die zweite und dritte Glasschicht - ein verglaster Brandschutz mit voller Höhe und eine Glasbalustrade - fungieren als Resonanzschirme, die den Lärm der Straße reflektieren, während sie Licht und die Blicke der Passanten in den tiefen Raum eindringen lassen. Diese Reihe von Glasschichten erzeugt Reflexionen, die den Raum mit Bildern und Licht informieren.

HORIZONTALITÄT-Während die vertikalen Schichten den Raum horizontal verbinden, bilden die zwei horizontalen Einschnitte eine vertikale Verbindung zwischen dem Erdgeschoss und dem ursprünglich unbrauchbaren Untergeschoss. Der erste Einschnitt wurde in sandgestrahltem Glas ausgeführt und transportiert diffuse Informationen des öffentlichen Außenraums (Bewegung, Wetter und Lichtverhältnisse) in den privaten Innenraum. Der zweite Einschnitt - eine rechteckige Öffnung von etwa 1,6 m mal 2 m - transportiert Licht und Luft in das Untergeschoss und schafft einen großen Raum mit unterschiedlicher Sichtbarkeit und Privatsphäre. Weiße Wände und Decken kontrastieren mit schwarz gebeizten Sperrholzplatten, die in einem Raster von 0,9 m x 2 m angeordnet sind. Alle Einschnitte und Reflexionsschichten sowie ein Teil der Beleuchtung wurden in Relation zu diesem modular aufgebaut. Die Farben und die räumliche Organisation schaffen eine neutrale, orthogonale Kulisse, welche mit der Fassade kontrastiert. Die weißen Oberflächen fungieren als Leinwand, welche die Stimmungen des Wetters, sowie Reflexionen, u.a. von vorbeifahrenden Autos aufnimmt, während die schwarzen Böden sich in ein tiefes Samtmeer verwandeln.