Der Vorschlag für die neue Deichmanske-Bibliothek überdenkt das Wesen der Bibliothek, der Entwurf stellt die traditionelle Struktur in Frage, indem Gebäude und Landschaft, Programm und Kontext verschmelzen.

Deichmanske Library

TYPOLOGIE Kultur , Bibliothek
STATUS Wettbewerb
ORT Oslo, Norwegen
JAHR 2009 
AUFTRAGGEBER Privat

DESIGN TEAM Eva Castro, Ulla Hell, Holger Kehne, Peter Pichler, Libny Pacheco

Mit ihrer fließenden Erschließung  und Zugänglichkeit wird die neue Bibliothek zu einer Fortsetzung des öffentlichen Lebens der Stadt: Durchlässigkeit und Transparenz im architektonischen Raum. Durch die bewegte Fassade werden unterschiedliche Lichtverhältnisse und räumliche Qualitäten ohne eine herkömmliche Raumteilung erzeugt. Die neue Bibliothek übernimmt den Fluss der Hafenfront und schafft ein sensorisches Erleben der Fassade: innen wie außen wird diese über differenzierte  Lichtqualitäten wahrgenommen.

Die neue Deichmanske-Bibliothek schafft einen Raum, der als Umsetzung einer „Agora“ zu verstehen ist: die Bibliothek konzentriert sich mehr auf Dienste, die zur Generierung von lokalem spezifischem Wissen benötigt werden, als auf allgegenwärtige, globale Informationen. Das Gebäude steht für Elastizität und Vielseitigkeit.  Diese Elastizität wird durch zwei Rampensysteme verdeutlicht, die einen über Hyperlinks verbundenen Raum schafft. Hierarchien gemeinsamer öffentlicher Räume werden aufgehoben und eine nichtlineare Erfahrung wird angeboten, in der Begegnungen zwischen den Nutzern passieren und die Chance für die Produktion gemeinsamen Wissens bieten. Die Aufteilung der Bibliothek in drei Zonen, die durch das Rampensystem verbunden sind, schafft einen radikalen Raum, der auch Bürger anzieht, die sich zuvor nicht für eine Bibliothek interessiert hätten.